Kodak Booklet über Social Media

BAG IT!

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Sie taten es als eine der Ersten, und sie taten es sogar ziemlich offen und gründlich. Das Kodak Booklet, das die ersten eigenen Erfahrungen des Konzerns mit Social-Media-Kampagnen zusammenfasst und jedem Social-Media-Planer und -Operator wertvolle Hinweise und Gedankenstützen liefert. Danke Jeffie!

We have put this booklet
together to share some of
our thoughts and first-hand
experiences using social
media for our business. We
hope that you will find the information contained in this
guide useful in forming your business’s social media plan.

Jeff Hayzlett / Chief Marketing Officer / ViceP resident Eastman Kodak Company

http://www.kodak.com/US/images/en/corp/aboutKodak/onlineToday/Kodak_SocialMediaTips_Aug14.pdf

Eine kurze Geschichte der Social Media

Was bisher geschah:

Anno Domini 1993. Das World Wide Web flüchtet aus den Nebeln militärisch-geheimdienstlicher Kommunikationsmoore in die Freiheit. Niemand ahnt, dass diese Freiheit in 20 Jahren eine andere Welt erschaffen wird.

2000

Bereits zur Milleniumswende zeigen sich erste Lichter am Horizont.

“New Economy” hießen die Leuchttürme, die am Ende keine waren. Aber das Licht war echt. Es sollte in anderen Stärken und Formen wiederkehren….ein paar Jahre später. Die Revolution rumorte als tiefer Erdrülpser weiter. Wenige vernahmen das Kommende.

Vor allem die Könige und ihre Hofstaaten sind noch völlig ahnungslos…


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Unser Foto zeigt Könige, Fürsten, Herzöge, Grafen, Barone sowie diverse Hofschranzen während einer Ü50-Party.

Nebenberuflich sind sie Verleger, Vorstandsvorsitzende, Bänker, TV-Bosse, Journalisten, Medienmacher, Filmproduzenten, Chefs von Werbeagenturen und Politiker.

Kennt man ja: Die Party tobt, aber draußen ist’s schon glockenhell. Doch es war die letzte Party so gänzlich “entre nous”. Technologien und User derselben rütteln schon an den Absperrungen und Toren.

Wir schreiben das Jahr 2004

“Warum essen sie denn keinen Kuchen?”

(Marie-Antoinette zu ihrer Zofe, nachdem sie der Königin mitgeteilt hatte, dass “die Leute” draussen hungern - vor allem nach Freiheit)

Bereits seit Mitte der Neunzigerjahre hatte sich ein Teil des Volkes heimlich selbständig gemacht. Und im Jahr 2004 gab es auf einmal 20 Millionen Blogs.

Eine Gegenöffentlichkeit zur Veröffentlichten Meinung war entstanden. Ratlosigkeit bei Hofe, Nervosität macht sich breit. Es will will doch nicht etwa jeder seine eigene Meinung? Eilig schaut man im Duden nach. Tatsächlich! Da steht ‘Meinung’!

“Wäääär waaaar dasssss?”


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Die Welt um 2005

Unsere Korrespondentin, Fräulein Marianne, hatte zwar eine leichte Fahne, war aber nüchtern genug, um das Volk über die Absperrungen zu führen. Die Dinge waren nicht mehr aufzuhalten. Welche “Dinge” eigentlich?

Das Ding mit dem Video, zum Beispiel. Man kann sie im Wohnzimmer produzieren und anschließend hochladen. Es kostet nur den Bruchteil an Zeit und Geld, verglichen mit der Zeit vor 2005. Neben offiziellen Bildern der Staatsmedien oder Reklamesendern, können wir heute den tödlichen Steckschuss, mit dem ein iranischer Geheimpolizist eine Demonstrantin tötet, fast live miterleben. Die Tagesschau übernimmt Youtube-Filme einer Privatperson. Solche Dinge eben.

Aufruhr bei Hofe. Aus Nervosität wurde Hektik. Erste Verzweiflungstaten kündigen sich an ….

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Mit Web 2.0

war die Geduld

des Ancien Regime

zu Ende.

Die Nerven auch.

Könige, Fürsten, Herzöge und Schranzen lassen aus allen Rohren feuern. Das Feuilleton sagt: ‘Blogs? Braucht kein Mensch!” und kichert doof. Aber natürlich sind sie total nervös. Vor allem gekränkt, da sie erkennen müssen, dass es keinen Grund mehr zur Eitelkeit gibt, wenn erst einmal tausende anderer Wortbegabter zu Feder und Kamera greifen. Ungefragt und doch von einem Millionenpublikum beachtet.

Unternehmer meinen “Social Media? Rechnet sich nicht!”, und versenden ihr millionstes Direct-Mailing. Aber natürlich sind auch sie beunruhigt, da sie merken, dass sich ihre Kunden untereinander über ihre Produkte unterhalten. Und das vor einem Millionenpublikum. Sowas hätte es früher nicht gegeben. Aber jetzt? Nicht mehr nur das Produkt hat eine Stimme sondern auch die, die es kaufen. Die Konsumentenrevolution geht soweit, dass Kunden die Beschaffenheit eines Produktes bestimmen.

Parteizentralen spotten: “Social Media? Damit werden wir auch noch fertig!”. Aber natürlich merken sie, dass das Wahlvolk sich von den manipulierten Parteimedien abwendet und sich von Jahr zu Jahr eine immere differenzierte eigene Meinung leistet. Oder gar keine, oder eine völlig andere. Politik und Politiker stehen unter Beobachtung. Die Hofberichterstatter und Saufkumpeljournalismus beherrschen das Meinungsterrain nicht mehr allein. Die korrumpierte Meinungmache gerät ins Visier der Social-Media-Fahnder.

Die ganz Schlauen meinen, “Social Media? Das gibt sich wieder, ist ein Hype.” Aber natürlich sind das die größten Angsthasen, weil sie gar keinen Plan mehr haben, wie sich die mediale Welt entwickeln wird. Sie hatten schon Fräulein Marianne nicht kapiert.

Die Dinge geraten in atemberaubender Geschwindigkeit ausser Kontrolle. Youtube, Facebook, StudiVZ, Wer-Kennt-Wen, FlickR, MySpace, Xing, Twitter etc.


Wir schreiben das Jahr Heute

Social Media hat die Kommuniaktion verändert. Vergleichbar mit dem Ende der Eiszeit, wo das sich  zurückziehende Eis vollkommen neue Landschaften hinterließ.

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Social Media ist kein Spartensender mit Einschaltquoten. Es ist gar kein Sender. Es ist auch nicht “viele Sender”. Es ist die logische Dynamik, die sich parallel zu den jeweils neuen, zur Verfügung stehenden Technologien entwickelt und sich seiner Internet-DNS entsprechend bedient und ausweitet. Neben der Informationsbeschaffung und -übermittlung als primäre Sinngebung, ist Social Media die zweite Sinn- und Bewusstseinsstufe im Internet.

Fotos: Wikipedia, gemeinfrei. Copyrights abgelaufen, oder wegen zu geringer Schöpfungshöhe nicht schützbar.

Twitteratio *** Tools’n'Fools

Bei Twitter herrscht ein ungewöhnlich zivilisierter Ton. Dabei ist es weit davon entfernt, zum Plauderkabuff zu verkommen, wo Leute chatten und sich virtuelle Drinks und Erdnußschälchen über den Tresen schieben. Noch herrscht entspannter Flow. Informationen, Verweise, Kurzkommentare, Blitznachrichten und immer wieder wertschätzende Zeichengebung. Vor allem ungeheuer witzige Wortschöpfungen und Sinn-Osmosen. So manche TV-Gag-Fabrik sieht daneben wirklich wie eine Fabrik aus. Der Fundus an Wortwitz und spontan wirkendender Schlagfertgkeit ist es, was das Medium für mich vor allem anderen auszeichnet. Die ‘Situation’ ist der Taktgeber.

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Die Maulbreite des Schraubenschlüssels orientiert sich am Durchmesser der Schraube, die man drehen will. Foto: Gerd Wrigge & Ilja Gerhardt, 2003, GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

http://de.wikipedia.org/wiki/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation

Hier ein paar Trips, wie man sich trotz (oder wegen) nur 140 Zeichen differenzieren und profilieren kann, ohne den größten Twitter-Fauxpas überhaupt zu begehen: omnipotent zu erscheinen.

Nicht mehr als 20 Tweets pro Tag. Auch nicht unbedingt täglich auszuschöpfen. Anwesenheitspflichtgefühle bei Twitter führen in die Irre. Niemand führt Listen darüber. Man ist da oder nicht. Keine Hypertweetilation! Das Followerkonto steigt vielleicht langsamer, dafür sinkt die Fluktuationsrate. Was will man mehr im Moment?

Jeder Tweet ist eine lakonische Stilübung. Er kommt am besten an, wird öfters retweetet und schärft die Wahrnehmung bei Dritten. Wer den lakonischen Stil geschickt kultiviert und ihm treu bleibt, wird schneller erkannt und gemerkt.

Onlineshopbetreiber sollten sich auch als Light-Entertainer profilieren. Nur Shoplinks pusten, ist öde und stößt auf Ablehnung. Besser ein Mix aus Shoplinks und Mainstreamflitter. Produktverwandte Links zu Unterhaltungs-, Profan- und Lifestylethmen gehören zur Pflicht. Mode, Horoskope, Trends, auch mal Skurrilitäten. Gern gesehen: Links zu Statistiken und Mafos. Das Netz ist voll davon. Enrichissez-vous!

Tweets der Follower wirklich querlesen. Interessantes retweeten, oder mit „RT“ individuell kommentieren. Letzteres ist wirksamer. Das Anlegen von Listen ist eine sinnvolle Archivmaßnahme, aber ist auch nicht zwigend. Sie dienen dem persönlichen Überblick und sind Zeichen besonderer Wertschätzung. Ich war bislang zu faul dazu.

#ff-Ritual geht klar, solange die Zahl der Follower überschaubar ist. Trotzdem sollte man ab und zu dieser liebenswerten Schrulle huldigen, einfach um sich dem Fluss und Floß erkenntlich zu zeigen, mit dem man schließlich selbst schwimmt. Einen inneren Zwang sollte man aber nicht verspüren, andere grüßen zu müssen. Ein individuelles #ff zwischendurch ist immer eine gern erlebte Überraschung.

Wer zehnmal so vielen Leuten folgt, wie die Zahl der eigenen Follower anzeigt, gilt zumindest als ambitioniert. Wer Twitter gar als Vorstufe zur CRM-Datenbank sieht, und womöglich noch den DM-Button wie ein Stroboskop benutzt, ist raus. Ich schaue mir die ersten beiden Tweetseiten eines neuen Followers an, seine „Bio“ und das Foto. Meistens ist dabei der erste Eindruck der richtige.

Es gibt viele Stimmen, die vor dem Einstellen von privaten Sequenzen ins Netz warnen. Das sehe ich zumindest im Fall von Twitter differenzierter. Wer über eine gute Intuition verfügt, wird sich nicht kotzend bei Twitpic verewigen und es auf der Twitter-Timeline sicherheitshalber noch mal um den Globus senden. Das Foto vom Kater auf dem Schrank, der Besuch beim Bäcker, oder das Tresenbild in einer Bar, kann nicht beunruhigend sein. Wer also das Gefühl hat, noch über bürgerliche Schamgrenzen zu verfügen, kann sich kleine Türschlitze ins Private leisten. Ich muss der Welt nicht mitteilen, dass ich angetrunken bin, kann aber verraten, dass ich mich gerade köstlichst amüsiere.

Bonmot-Kulturen sind mit das beliebteste, was ein Medium bieten kann. Es ist kein Zufall, dass das gute alte Zitat niemals ausstirbt. Mit wenigen Worten kann man die Aufmerksamkeit von Menschen gewinnen, und sie sind dankbar dafür. Man kann auf Bekanntes aus der Zitatedatenbank zurückgreifen, oder, wenn der eigene Esprithaushalt es zulässt, mit Eigenkreationen glänzen. Die für Twitter eigens eingerichteten Bonmot-Archive zeigen deutlich, wie hoch die Wertschätzung für den Sekunden-Esprit gehandelt wird.

Das „Ich-Tool“ Twitter zeigt, dass es ohne die anderen „Ichs“ kein eigenes Ich geben kann. Den Balanceakt zwischen Mainstreamverhalten (Schwarm) und der Herausbildung eines eigenen Sekundenprofils, verlangt nach Verzichtbereitschaft. Immer öfters erwische ich mich dabei, wie ich eilig hingetippte Tweets wieder lösche. Das “Twitter-Ich“ lebt von ganz bestimmten Ausdehnungen. Weder Omnipotenz noch sporadisches Reinschneien bringen was.

P.S.

Es geht schnell mal vergessen: Links zum eigenen Blog werden dann wertgeschätzt, wenn der Beitrag dort frisch ist. Auch mit einer kleinen Twitpic-Scharade kann man angenehm überraschen. Privates kommt gut an, aber auch Momentaufnahmen aus dem Alltag besitzen ihren Reiz. Links zum “Ich-Pool” sind ein Vertrauensbeweis des Linksetzers in die Anonymität. Aber wie gesagt, nur anders ausgedrückt: Man kann auch an der Oberfläche Charme versprühen. Vielleicht sogar nur dort ;-)

Unique Content

Ich

bin nicht

wesentlich

arroganter als

jemand, der ni

foto-quentin-crisp1

“Never try to keep up with the Joneses. Drag them down to your level. It’s cheaper.” - Quentin Crisp - Informationen zum Phänomen:

http://www.crisperanto.org/index1.html

Foto: Graham Colm, GNU-Lizenz zur freien Dokumentation

http://de.wikipedia.org/wiki/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation


chts kann.“

-inmemoriam-

texte…er…dochmal…wass.

GUTE TEXTER

In endlosen

Stunden ha


be ich vers


ucht, mein Textlasso

um den Hauptmast

zu werfen. Zwecklos. Schließlic

h gab ich d

e


n Befehl zum

Entern. Die

Konfettik

anone gab das


Signal und hunderte Barbies machten sich

auf den Weg, den Kapitän des feindlich

en Schiffes zu verführen. Ich hörte ihn lang

e stöhnen und

schreien, dann

wurde es plötzlich still.Der Abendwind schickte eine Prise

Curryrosenduft

vom Festland

herüber. Meine

Mission war zu Ende.

erschichten Gefinden.


Imagebroschüre für Mosaik-Künstlerin

“Die von Volker Remy erstellte Image-Broschüre ist einfach toll geworden, wirklich professionell. Wer sie in die Hand bekommt, lobt sie. Ich bin froh, diesen Texter “gefunden” zu haben und empfehle ihn uneingeschränkt und gerne weiter.”


foto-frau-hagen-mosaik

Sharchen-Beata Hagen, Mosaik-Künstlerin, Marburg / Lahn


Projekt: 20-seitige Imagebroschüre, vierfarbig, Fomat A4

Aufgabenstellung: Vermittlung von Sharchen-Beata Hagen als künstlerische Person in Einheit mit einer repräsentativen Projektübersicht ihres künstlerischen Schaffens sowie dem verkaufsfördernden Aspekt für ihre Arbeiten.

Zielgruppen der Broschüre: Öffentliche Stellen und Institutionen, private Auftraggeber und Institutionen, Amtsträger, Politik und Wirtschaft allgemein.

wort erfindungs balalaika

Neue Kategorie in meinem Blog. Hier werden sporadisch neugeborene Wörter und Begriffe eingestellt. Aber auch ehemals gebräuchlichen, verstorbenen, ermordeten, oder auch einfach nur für immer verreisten Wörtern wird an dieser Stelle noch einmal gedacht. Vorschläge sind willkommen.


Pfötchenlauge / Pfötchenwasser

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Begriffserklärung

Hunde und Katzen reagieren auf Streusalz an den Pfoten sehr unterschiedlich. Meinem Hund habe ich jetzt ein Töpfchen “Pfötchenlauge” (man beachte: zwei Verniedlichungen nacheinander!) hingestellt. Da tappst er durch, ich trockne mit einem Baumwolltuch nach, fertig!

postscriptum

Natürlich kann man das Wasser abends mit etwas Apothekenalkohol veredeln, und beim Après Ski als Aufwärmer ausschenken. #Nachhaltigkeit

Foto: Remy


New Entry:

Sackhafen


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Begriffserklärung

Ein “Sackhafen” ist ein Ort, wo sich  überwiegend Männer aufhalten und schweigen, sich nicht sonderlich bewegen und als einziges Argument für ihre Anwesenheit dort, den “konstitutiven Moment” o. ä. angeben. (vgl. siehe “Bundestag”, Xing-Gruppen, Feldlager etc.)

Foto: Wikipedia, gemeinfrei

New Entry:

Bedeutungserlangsökonomie

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Foto: Alexander Grandits, Wikipedia “Sperma unter UV-Licht”

Begriffserklärung

Deduktives Äquivalent zur eher induktiv ausgerichteten  “Aufmerksamkeitsökonomie”. Die “Bedeutungserlangungsökonomie” beschreibt den spezifischen Wirtschaftsprozess eines Einzelnen beim Versuch Wertschätzungskennziffern bei Einzelnen, oder in bestimmten, zahlenmäßig überschaubaren Gruppen, zu erlangen.


Neuromarketing practically unknown

Abgesehen davon, dass ich Häkkinen noch nie für eine gelungene Werbe-Ikone hielt, da er für mich betrachtet die Ausstrahlung eines Damien-Hirst-Hais in Formaldehyd hat, kommen in den Hermes-TV-Spots so ziemlich alle Fehler zusammen, die man aus Sicht des Neuromarketings machen kann.

Alle Hermes-Micro-Spots, die ich kenne, zeigen ratlose Gesichter, schüttelnde Köpfe und ein weitgehend unkommunikatives Verhalten der Akteure. Was bleibt nach den wenigen Sekunden hängen? Das hier: “Ich verstehe es nicht!”, oder “Gefährliche Kiste!”, oder “Es klingt wie ein Rennwagen, bewegt sich aber nicht vom Fleck.” Was wollten die Macher denn alles in 7 Sekunden erzählen? Da wäre es effizienter gewesen, den Fernsehzuschauern 7 Sekunden das schweigende Hermes-Logo vor die Nase zu setzen. Plump zwar, aber man hätte es wenigstens noch “branding” nennen könnnen. Aber so: rausgeworfenes Werbegeld. Ich verstehe das nicht.

Onlineshopping: It’s A Man’s World

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PLONNGGG!!! …….. Und wieder ist ein Mythos futsch.

Berlin, Kurfürstendamm. Ideale Ralleystrecke für den Female-Shopping-Formel-Eins-Trip, während der Mann im ICC dem Internationalen Ärztekongress beiwohnt. Kurz vor der Westkurve Halensee, macht die Pilotin einen U-Turn, um die linke Seite des Boulevards abzukarten. “American Express Golden Gladiatoresse Card”wow….da geht noch was!

Dieses Szenario ist eine schöne Vorlage für den täglichen Motivationsroman der Einzelhändler von Luxusartikeln weltweit. Anscheinend funktioniert das auch, glaubt man den Wachstumsraten des Einzelhandels im Hochpreisegment.

Aber wie sieht es beim Onlineshopping aus?

Ganz anders. Wie die ARD / ZDF Onlinestudie 2009 ausweist, sind die meisten Onlineshopper männlich. Mindestens einmal wöchentlich kaufen 9% der männlichen Internetnutzer (ab 14 Jahre) online ein. Mit 6% trotten Frauen den Männern in dieser Beziehung hinterher. In der besonders kauflustigen Altersgruppe 14 bis 29 Jahre spiegelt sich diese Diskrepanz ebenfalls wieder. Jungs und Männer sind in dieser Altersspanne mit 11 Prozent beim Onlinekauf dabei, Mädchen und Frauen mit 8 Prozent. Ich war überrascht, ging ich doch die ganze Zeit vom Gegenteil aus. Beim “Onlinekauf ” ist übrigens der Männersport “Auktion” ausgenommen. Der wird in der jüngsten Studie der Öffentlich-Rechtlichen separat aufgeführt.

2009 nutzten 42 Millionen in Deutschland lebende Menschen ab 14 Jahren das Internet “in den letzten vier Wochen”. Das sind 64,7 % der Gesamtbevölkerung in diesem Alterssegment. Eine Steigerung zum Vorjahr um 0,7 %. Die weiblichen Onlinenutzer (”in den letzten vier Wochen genutzt”) liegen prozentual nach wie vor hinter den männlichen Nutzern deutlich zurück. 2009 sah das Verhältnis so aus: 57,2 % zu 72,6 %.

Die Studie ist als Grundlage für Konzeptschriften oder allgemeine Informationen und Argumentationen gut zu gebrauchen. Sie ist gratis.

http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=188

Abbildung: Mädchenmalbuch, Daria, 8

Nicht immer braucht man eine “Strategie”

Es gibt schockierend einfache Gedanken. Dazu gehört beispielsweise der Einfall, sich telefonisch oder über eine kurze Email nach dem Verlauf eines Projekts zu erkundigen, das man vor einem halben Jahr abgeschlossen hat.

Recapture: Neukunde. Projekt: Kunde möchte einen Newsletter etablieren. Nach dem Briefing wird klar: Ich plädiere leidenschaftlich für ein exklusives Kundenmagazin (Print) in kleiner Auflage. Potenzieller Kunde blickt verwirrt auf seine Notizen. Ich denke noch laut: ‘Naja, du spinnst auch bisschen, dir den Job jetzt selbst wegzunehmen’. Egal. Ich habe es am Ende geschafft, einem exklusiven Produkt ein hochwertiges Kundenmagazin aus echtem Papier zur Seite zu stellen. ‘Newsletter’ für ein sündhaft teures Produkt? Nö, zu billig.

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Projektverlauf: zögerlich, zeitweise problematisch. Ich war erstaunt, wie wenig der Auftraggeber über seine Kundschaft weiß. Das mussten wir nachholen. Erst dann wurde er offen und einsichtig, was den Content und die Redaktion des Magazins betraf. Kurz und gut: alles wurde gut – sogar sehr gut. Aber das erfuhr ich erst vor ein paar Tagen.

Morgens, es waren 15 Zentimeter Neuschnee gefallen, trank ich vor der Tür eine Tasse Kaffee. Ich stand bis zu den Knöcheln im Schnee. Zigarette – Blausäureschock – Super-Stimulanz….Hirntumulte. Das volle Programm dieser Zufuhrkombiantion. Assoziationsketten rasselten in Nanosekunden.-.-.-.-.-..’Ruf doch mal den _______ an. Frag mal, wie die erste Ausgabe angekommen ist’.

Kunde freut sich über den Anruf. Gute Resonanz, meint er. Das Magazin leiste als Empfehlungstool hervorragende Arbeit. Dacht’ ich’s mir: Die Zielgruppe ist eben Print affin. Nach den freundlichen Worten, fällt dem Auftraggeber nebenbei noch ein, dass einer seiner Kunden gefragt hat, wer das Magazin getextet hat. Eine Stunde später hatte ich einen Folgeauftrag. Banale Geschichte? Kann schon sein. Es wäre beinahe gar keine draus geworden. Niemand sagt Ihnen freiwillig, wie gut Sie arbeiten. Lob und Empfehlungsaufträge muss man sich schon selbst abholen. Ganz ohne strategischen Tam-Tam. Foto: Wikipedia, gemeinfrei.



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