what about your bricky brain?

Polizeipsychologen rätseln vielleicht seit Jahren schon, warum alle Eindringlinge immer wieder das selbe Fenster direkt neben der Tür benutzen. Irgendwann mauerte der Eigentümer das Fenster zu. Dann war Ruhe. Seltsam.
Die Gedankengänge und daraus resultierend auch die Vorliebe der Eindringlinge für dieses bestimmte Fenster, sind plausibel. Man geht ja bloß ein paar Zentimeter neben der Tür ins Haus. Fast nicht illegal…also so gut wie legal.
Unser Hirnskasten liebt solche Einsichten. Der Anblick einer Tür und eines sich direkt daneben befindlichen Fensters führt zur Verschmelzung der beiden. Aus dem Einbruch wird ein Umweg.
Eine Tür steht für “Eingang”. Sie ist in unserem Hirn auch als Ausgangspunkt für weitere Erkundungen und Orientierungen in Gebäuden abgespeichert. Zwei gewichtige Argumente für den Tagesbesucher, aber eben auch für ungebetene Gäste.
Beide “Besuchergruppen” agieren vor dem Hintergrund unterbewusst vorhandener Assoziationen zu “Eingang”, aber verfolgen sehr unterschiedliche Ziele.
Man könnte schlussfolgern, dass der Akt des Betretens durch ein Fenster in unmittelbarer Türnähe eine deutlich niedrigere Hemmschwelle produziert als der Einstieg durch ein hinterwärtiges Fenster ohne eine Tür in der Nähe. Möglicherweise trägt das Unrechtsbewusstsein in solchen Situationen eher pastellfarbene Handschuhe.
Die Nähe zur Eingangstür relativiert den illegalen Akt: ‘So wenige Zentimeter neben der Tür - da kann doch von ‘Verbrechen’ schon fast keine Rede mehr sein.’

Volker Remy bei Twitter