Nicht immer braucht man eine “Strategie”

Es gibt schockierend einfache Gedanken. Dazu gehört beispielsweise der Einfall, sich telefonisch oder über eine kurze Email nach dem Verlauf eines Projekts zu erkundigen, das man vor einem halben Jahr abgeschlossen hat.

Recapture: Neukunde. Projekt: Kunde möchte einen Newsletter etablieren. Nach dem Briefing wird klar: Ich plädiere leidenschaftlich für ein exklusives Kundenmagazin (Print) in kleiner Auflage. Potenzieller Kunde blickt verwirrt auf seine Notizen. Ich denke noch laut: ‘Naja, du spinnst auch bisschen, dir den Job jetzt selbst wegzunehmen’. Egal. Ich habe es am Ende geschafft, einem exklusiven Produkt ein hochwertiges Kundenmagazin aus echtem Papier zur Seite zu stellen. ‘Newsletter’ für ein sündhaft teures Produkt? Nö, zu billig.

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Projektverlauf: zögerlich, zeitweise problematisch. Ich war erstaunt, wie wenig der Auftraggeber über seine Kundschaft weiß. Das mussten wir nachholen. Erst dann wurde er offen und einsichtig, was den Content und die Redaktion des Magazins betraf. Kurz und gut: alles wurde gut – sogar sehr gut. Aber das erfuhr ich erst vor ein paar Tagen.

Morgens, es waren 15 Zentimeter Neuschnee gefallen, trank ich vor der Tür eine Tasse Kaffee. Ich stand bis zu den Knöcheln im Schnee. Zigarette – Blausäureschock – Super-Stimulanz….Hirntumulte. Das volle Programm dieser Zufuhrkombiantion. Assoziationsketten rasselten in Nanosekunden.-.-.-.-.-..’Ruf doch mal den _______ an. Frag mal, wie die erste Ausgabe angekommen ist’.

Kunde freut sich über den Anruf. Gute Resonanz, meint er. Das Magazin leiste als Empfehlungstool hervorragende Arbeit. Dacht’ ich’s mir: Die Zielgruppe ist eben Print affin. Nach den freundlichen Worten, fällt dem Auftraggeber nebenbei noch ein, dass einer seiner Kunden gefragt hat, wer das Magazin getextet hat. Eine Stunde später hatte ich einen Folgeauftrag. Banale Geschichte? Kann schon sein. Es wäre beinahe gar keine draus geworden. Niemand sagt Ihnen freiwillig, wie gut Sie arbeiten. Lob und Empfehlungsaufträge muss man sich schon selbst abholen. Ganz ohne strategischen Tam-Tam. Foto: Wikipedia, gemeinfrei.


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