Der Soziografische Mopsbeweis

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Nach meinen Beobachtungen hat sich die Berliner Mops-Population (wie ein Hochdruckgebiet von links nach rechts drehend) aus den westlichen Berlinbezirken Wannsee, Charlottenburg-Wilmersdorf, Zehlendorf und Schöneberg in Richtung Osten begeben. In Mitte und  Prenzlauer Berg ist er dieser Tage häufiger anzutreffen als CDU-Wähler.

Womit der Beweis erbracht wäre, dass Gutbürgerlichkeit und CDU längst keine siamesischen Zwillinge mehr sind - zumindest nicht in Mitte und Prenzlauer Berg. Mit jedem weiteren Mops in Prenzlauer Berg, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Bastion der Zufriedenen und Geldausgebenden das neue deutsche Bürgeridyll formt. Uns steht eine Renaissance des Biedermeier bevor. Er wird Schwangere in Empirekleidchen aus Microfasern zeigen, emsige Mütter und Väter, die mit digitalem Minimalaufwand einen real auskömmlichen Lebensunterhalt erzielen. Daneben läuft der Mops auf Spur.

Mit der auf das Nötigste und Angenehmste reduzierten Bürgerwelt ziehen die Prenzelberger an allen gängigen Brügerlichkeitsklischees der Republik souverän vorbei. Der Mops, als ständiger Begleiter arrivierter Ignoranz, ist für diese Entwicklung Indikator und sichtbares Symbol zugleich.

Foto: Mops in den Schönhauser Arcaden / Remy


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