Die Positionierung der Kohlmeise

Spatzen und Kohlmeisen. Beides sind Sperlingsvögel, und doch liegen Welten zwischen ihnen. Während für die Kohlmeise (oben) auch in diesem Winter wieder Millionen an Futtermitteln lockergemacht werden, wird der “Spatz” (unten) an bürgerlichen Futterstellen überhaupt nicht gerne gesehen. Dabei sind beides einfach Spatzen - aber der eine davon ist gelb lackiert.
Der Sympathie-Canyon scheint unüberwindbar. Gilt die lackierte Version gemeinhin als “lieb” und “posierlich”, hat die fütterwillige Menschheit für den Spatz in der Rohkarosse nichts oder sogar noch Verachtung übrig. Er gilt als aufdringlich, frech und wegen seiner gefühlten Überzahl auch noch als Überlebenskünstler. Gerade Letzteres sieht man diesem Modell nicht nach. Neben dem Recht aufs Sterben gibt es schließlich auch noch die Pflicht, es zu tun. Doch wegen seiner Zähigkeit und seines offensichtlichen Anpassungsvermögens an alle Widrigkeiten des Daseins, grollt man ihm unterbewusst.
Spatzen sind gewöhnlich. Sie sind nur der Basistarif für Mitleid. Wenn Sie sich also eine Tube Gelb leisten können, tun Sie’s. Das Leben wird angenehmer. Offensichtlich.

Fotos: Creative Commons, Wikipedia. Namensnennung der Urheber: Arnold Paul (Spatz), Tbird ulm (Kohlmeise)
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Kommentare( 4 )
[...] Der Duden ist voller Wörter. Es gibt keinen Grund für Mundraub. Wie Ries&Trout schon richtig erkannt haben: Das Finden des richtigen Claims oder Slogans, zählt zu den härtesten Übungen in der Positionierungsarbeit. Nichts stellt eine Sache mehr infrage, als die gesuchte Nähe zum Wettbewerber. Mit dem Herausarbeiten des Gegenpols fährt man ungleich besser. Schwache Marken orientieren sich am Ähnlichen. Starke Marken bieten eine klare Alternative. [...]
REMY - Gedankenbegleitservice schrieb am 02 02 11 um 01:25[...] Ein Text ohne “story” < Link / ist ein [...]
REMY - Gedankenbegleitservice schrieb am 29 05 11 um 10:02Sven schrieb am 13 11 10 um 23:06Eigentlich schon ziemlich schade. Wenn man bedenkt, wie selten der Haussperling geworden ist, dann ist gerade diese Abneigung nicht mehr zu verstehen und eher traurig…
Oliver Schuh schrieb am 25 11 10 um 18:22Kurios,
heute morgen twittere ich noch von meiner Spatzenfütterung und später lese ich Deinen Positionierungsbeitrag hier.![]()
Also, bei uns können es Spatzen gut haben. Sie teilen sich hier einträchtig das Futterhäuschen mit Kohlmeise und Rotkehlchen, was vorbeifällt schnappt sich die kleine Feldmaus.
Übrigens: Was den Spatzen fehlt, sind sandige Plätze, wo sie ihr Staubbad nehmen können.
Insofern, nicht alles zubetonieren.
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Tschüssing vom Elbstrand
Oliver
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