QR Code Marketing, Nike kryptisch

Berlins Zentrum ist Schauplatz von Micromarketingaktionen. Als virale Startrampen eignen sich ultra-urbane Zentren aus vielen Gründen. Rund um den Hackeschen Markt beispielsweise toben je nach Event-Saison wahre Ruderwettkämpfe um die Aufmerksamkeit der gerade hier dichtgedrängten (Touristen)Massen. So fiel mir eine intelligente QR-Code-Kampagne auf.

Werbe-Kunstobjekt für kluge Sammler

Der QR-Code. QR steht für "Quick Response"

“QR” steht für “Quick Response”. (<Link) Die Codierung wird mit einer Mobiltelefonkamera aufgenommen und entschlüsselt.  In diesem Fall handelt es sich vermutlich um ein Gewinnspiel. Mir gefiel besonders die völlig UNaufdringliche Präsentation dieser Mobile Marketing Aktion im Wellpappen-Outfit. ‘Low concept - high impact’. Liebevoll mit Stoffbändchen an allen möglichen Objekten befestigt oder einfach nur aufgesteckt, sind die QR-Code-Pappkameraden logistische und ökologisch-korrekte Kleinkunstwerke. (Charles Saatchi würde die Pappen einsammeln und in 10 Jahren ein Museum dafür bauen) Ich bin der Sache aus Zeitgründen nicht näher nachgegangen, da meine Aufmerksamkeit bereits von einem gänzlich anders gelagerten, klassisch plakatierten Rätsel eingefangen wurde:

Ja, "on" was seid ihr denn, Brothers and Sisters?

“Hello, Nike…are you still with us?” Klarer Fall von Außenseiter. Ich zähle wahrscheinlich seit 150 Jahren nicht mehr zur Verstehergruppe dieser kryptisch angelegten Plakataktion, die übrigens nur Sekunden dauerte, bevor sie unter einer neuen Schicht ähnlich kryptisch angelegter Botschaften wieder verschwand.

... ja, genau. Schaltjahre mit eingerechnet?

Summary: Zentren der Metropolen sind wie Brennstoffzellen. Aus einem Gemisch entsteht Energie. Die wiederum treibt den Motor an. Deutlicher gesagt: Wo’s sich drängelt, wo sich mehrere tausend Menschen auf 2 Quadratkilometern treffen, anremplen, miteinander trinken, an Ampeln stehen, warten, zu früh loslaufen, fast überfahren werden, wo sich bei Temperaturen um die 30 Grad 1000 Leute in Parks treffen, kleine Storys von vorhin erzählen, wo sie Fotos knipsen, Videos drehen und versenden, Anrufe und SMS bekommen, sich für den Abend verabreden, oder ihn um 7 Uhr morgens gerade beenden, noch mal schnell ihre Seele austwittern oder bei Facebook den Ex verpeinlichen - da passiert das, was sich viele Lifestylemarken wünschen, aber wegen ihrer Midlifecrisis nicht so richtig hinkriegen: Kommunikation mit ihren Bekennern.

fotos: remy


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