Bedeutungsreform

Frisierte Wahrnehmungen

Vieles verliert an Macht und Bedeutung, nachdem es beim Mediafrisör war. Überhaupt: die Fixierung auf das tägliche Mediamenü. Diagnose: dringend reformbedürftiges Medienkonsumverhalten. Mediale Fixierungen sind die Einzelhaft der Moderne. Der Canale Grande selbstgewählter Borniertheit. Zum Jahreswechsel: Gedanken über den Begriff ‘Offenheit’. Selbstchecks, Wahrnehmungs-TÜV. Wie weit ist man bereits zum Furnier erstarrt? Reale Hochrechnungen: Nordkorea wird NIE einen Atomkrtieg starten und Iran nie die Straße von Hormuz sperren. Warum steht es da? Einblicke in die Informationsökonomie führender (Online-)Medien tut not. Mit äußerst geringem Aufwand die höchstmögliche Erregung schaffen. Schaumstoffmatratzenhandel.

Konzentrationsverluste sind das Resultat irrelevanter Überschwemmungen. Trennung zwischen Relevanz und Schrott nötiger denn je. Nicht die Medienvielfalt, sondern die wachsende Unfähigkeit, die vorhandenen Kanäle zu kanalisieren, führt zur Ohnmacht. Wo liegen die Prioritäten? Was und wieviel davon braucht man tatsächlich? Dann ist es schon zu spät: “You’ve just entered the Red Zone”. Defizitäre Medienteilhabe bedeutet nicht ein Zuwenig, es bedeutet ein Zuviel. In der Vielfalt verschwindet der Charakter. Lang gedachte Wahrheiten auf den Kopf stellen, heißt auch: Selbstbetrug beenden.

Welchen Gespenstern dient man, in dem man alles bedient? Popanz is waiting for you.

collage: remy


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