Quenchmark

hundert, fünfzig oder nothing

Die Dinge, die ich nicht zu 100 Prozent will oder kann, werden in meinem Auftragsbuch immer seltener. Es gibt zwei Wege, die dorthin führen: Der eine heißt Optimierung. Er verlangt von mir, dass ich die vielen Dinge, die ich zu 50, 60 oder 85% kann, auf 100% hochfahre. Es ist ein verdammt anstrengender Weg mit wenig Anerkennung, dafür viel Skepsis.

Der zweite Weg geht so: Ich lasse die Dinge, die ich nur zu 50, 60 oder 70% kann, ganz sausen und kümmere mich um die Dinge, die ich zu 90 oder 100% beherrsche. Das ist der bessere Weg. Denn von 90 auf 100 zu kommen, ist leichter, als von 60 auf 100 zu klettern.

Doch viel bedeutender ist der Sprung von 100 auf 110%.

Immerhin: hundert sind schon mal da, die kann mir keiner mehr nehmen. Die nächsten 10% sind meistens steinig und man fühlt sich einsam.  Es gibt aber auch Vorteile. Auf dem Weg zur vollkommen beherrschten Vollkommenheit gibt es keine Verkehrsschilder mehr, denn es herrscht denkbar wenig Verkehr. Der Lohn für diese Mühen lautet ‘Souveränität’. Ihr entspringen die besten Leistungen in meinem Metier. Danke.

foto: remy


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