Routiniert ins -Minus

Routiniert ins Minus

Kommunikations-Routiniers waren bislang eine gefragte Spezies. Sie haben zweifellos ihre positiven Seiten. So ist Verlass auf sie, wenn etwas schnell und ohne viel Erklärung umgesetzt werden muss.

Routinier sein bedeutet vor allem, Dinge so zu tun, wie es der Auftraggeber schon immer getan hat. Und der beauftragt den Routinier, weil er weiß, dass der es so genau so macht, wie er selbst es tun würde.

Routiniers sind auch deshalb so gefragt, weil sie ins Zeitschema ihrer Auftraggeber passen. Es muss schnell gehen. Darauf hat sich der Routinier eingestellt, und zwar mit der ihm eigenen Effizienz. Zum Reflektieren nimmt er sich keine Zeit mehr. Die dafür freigewordene Zeit macht er sich zu Nutze, um noch mehr Routinejobs anzunehmen. Auf vielen kleinen Gebieten der Umsetzung nimmt er immer öfters Short-cuts in Kauf, denn er weiß ja: Zeit ist Zeit.

Diese Short-cuts sind sein Effizienz-Marathon. Leistungen bleiben auf der Strecke, Gedanken ungedacht, Perspektiven verschlossen. Der Routinier arbeitet am liebsten bei geschlossenen Fenstern und Türen. Störungen unerwünscht. Nur so kann er rechtzeitig fertig werden.

Für ihn mag es sich auszahlen. Doch seine Auftraggeber befinden sich - ohne es zu wissen - im negativen Effizienzbereich. Denn sie erhalten keine Denkanstöße von ihrem Routinier, kein maßgeschneidertes Über-Das-Maß-Hinaus, keine strategischen Gedanken und keine taktischen Klugheiten mehr. Sie erhalten am Ende weniger als sie erwarten. Sie erhalten nur das, was sie beauftragt haben: Die Arbeit eines Routiniers. Da kann man nicht meckern.


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